Markgräfler Trachtenverein Kandern e.V.

Die Gründung des Markgräfler Trachtenverein Kandern e.V. 

Die Markgräfler Tracht wurde im Gegensatz zu anderen Trachtenlandschaften verhältnismäßig lange getragen. So wurde die Tracht im Kandertal um 1900 noch recht verbreitet getragen. Überaus viele Fotografien aus dieser Zeit bezeugen dies. Nach dem Ersten Weltkrieg ging die Zahl der Trachtenträger langsam zurück, und nach dem Zweiten Weltkrieg waren es nur noch vereinzelte Frauen in den Dörfern, welche die Markgräfler Tracht in Ehren hielten. So gab es 1980 im hinteren Kandertal nur noch drei ältere Frauen, welche die Tracht bei Kirchgängen trugen. In Kandern selbst war die Tracht um diese Zeit schon ganz verschwunden. 

Aus diesem Grunde entschied man sich im Herbst 1986 zur Gründung eines Trachtenvereins. Am 20. Dezember 1986 wurde zur Gründungsversammlung ins Nebenzimmer des Gasthauses Ochsen in Kandern eingeladen. Über 30 Bürgerinnen und Bürger folgten dem Aufruf und unterstützten die Vereinsgründung. Zum 1. Vorsitzenden wurde einstimmig Fred Wehrle gewählt.

Der Verein setzt sich für die Erhaltung, Pflege und Förderung des bodenständigen Volksleben ein, das sich in Tracht, Lied, Musik, kirchlichem Brauchtum und heimischer Sitte äußert.  

Am 13. März 1988 wurde der Verein in den „Bund Heimat und Volksleben e.V.“ aufgenommen. 

 

 

 

 

 

 Die Gründungsmitglieder im Jahre 1986

 

Bei öffentlichen Auftritten repräsentieren die Sängerinnen und Sänger des Vereins die Markgräfler Tracht. Tatkräftig unterstützt werden sie hierbei von Tänzern aus der vereinseigenen Volkstanzgruppe. 

Die Tanzproben finden jeden 2. Mittwoch um 19.30 Uhr im Bürgersaal in Kandern-Sitzenkirch statt.

 

 

 

 Die Tanzgruppe bei einem Auftritt im Ev. Gemeindehaus in Kandern  

Zur Geschichte der Markgräfler Tracht 

Schon im 17. Jahrhundert gibt es Hinweise für eine alte Markgräfler Tracht. Richtig bekannt wurde die Tracht zur Zeit des alemannischen Dichters Johann Peter Hebel, besonders durch sein im Jahre 1803 erschienenes Gedicht „Die Wiese“. Darin beschreibt Hebel die Markgräfler Tracht in Gestalt eines Vrenelis. Aus diesem Grunde wird  diese ältere Markgräfler Tracht  auch „Vrenelitracht“ genannt. Ab etwa 1820 setzte eine starke Veränderung der Tracht ein, dies auch unter dem Eindruck der Französischen Revolution. Das bestickte Käppchen verschwand langsam immer mehr, die Schleife wurde nun immer größer. Auch die kurzen Fransen wurden mit der Zeit immer länger und schließlich erreichte die „Hörnerkappe“, wie sie jetzt genannt wurde, eine Breite von fast 50 cm. Das Halstuch wurde aus Lyon oder Mailand geliefert und später oft auch in Tüll verwendet. Auch der Rock, zu Beginn noch ein altertümlicher Zwickelrock aus einzelnen Streifen zusammengenäht, verschwand auf Anordnung der Obrigkeit. Man verwendete jetzt ein immer mehr bürgerliches Kleid. Die Männertracht hat sich genau wie bei den Frauen durch modische Einflüsse stark verändert. Ursprünglich trugen die Männer Kniebundhosen und blaue oder beige Strümpfe. Später bürgerten sich, natürlich zuerst in den Städten, langsam die langen Hosen ein. Als Mantel diente nun ein Gehrock. Die Markgräfler Tracht, wie sie um 1880/1900 getragen wurde, bildete die Vollendung der verschiedenen Entwicklungsstufen und zeigt uns die Anmut und Schönheit dieser markgräfler Kleidung in voller Entfaltung.

 

 

 

Alte Markgräfler Tracht 1780

  

Die Tracht um 1820

 

 

 

Tracht im Jahre 1850

 

 

 

 

 

Die Tracht wie sie seit 1900 getragen wird.